Die
romantische, reizvolle Burgruine Hohenschwangau
Kronprinz
Maximilian von Bayern entdeckte als 18jähriger auf einer Wanderung
die landschaftlich reizvoll gelegene Burgruine Hohenschwangau, damals
»Schwanstein« genannt. Spontan beschloss er Kauf und Wiederaufbau.
In den Jahren 1833 bis 1837 ließ er die Reste der mittelalterlichen
Burg zu einem romantischen Wohnschloss ausbauen.
Mit
der Bauleitung betraute er seinen Kunstlehrer, den Architektur- und
Theatermaler Domenico Quaglio (1787-1837). Quaglio schuf hier ein
malerisches Bauensemble, das nach der Fertigstellung anderen Bauten
als Vorbild diente.
Die
Innen- und Außengestaltung, die Einrichtung der Räume und
die mehr als 90 Wandgemälde sind aufeinander abgestimmt und fügen
sich zu einem harmonischen Ganzen. Die Anlage, so wie Maximilian und
sein Künstler-Architekt sie schufen, hat sich als ein außergewöhnliches
Baudenkmal aus der Zeit der Romantik erhalten.
1842
heiratete Maximilian Prinzessin Marie von Preußen. Marie (1825
- 1889), eine Nichte des preußischen Königs Friedrich Wilhelm
III. und Enkelin König Friedrich Wilhelms II., liebte Hohenschwangau
und die kontrastreiche Landschaft der Umgebung.
Viele
Wochen im Jahr verbrachte die bayerische Königsfamilie in Hohenschwangau.
Die Schlosschronik, vom jeweiligen Kastellan geschrieben, zählt
fürstliche Gäste auf, berichtet von Festen, prächtigen
Ritterspielen, weithin leuchtenden Bergfeuern und von Ausflügen
und »Parthien« der königlichen Familie. Während
Maximilian als passionierter Jäger die Aufenthalte für Jagdausflüge
in die Umgebung nutzte, zog Königin Marie Bergwandern und Fischen
vor.
Wer
sich für das Leben ihres Sohnes, König Ludwig II., sein
Wesen, seine fast mystische Phantasie und seine Bauten interessiert,
kann in Hohenschwangau den Ursprung seiner Interessen für Sagen
und Mythen erahnen. Hier fand der schwärmerische König in
seiner Kindheit vielfache Anregungen.